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Schokland, die Heimat von Anna Diender

Im Zuiderzeemuseum steht eine Rekonstruktion des Wohnhauses von Anna Diender. Anna Diender kam in Kampen zur Welt (1910), aber besonders verbunden fühlte sie sich mit Schokland, der Geburtsinsel ihrer Großeltern.

Foto van het interieur van het pand: Thuis van Anna Diender
Foto: Bianca van Putten

1949 erwarb der damalige Direktor des Zuiderzeemuseums verschiedene Objekte und Möbel von Anna Diender, u. a. einen Kabinettschrank. Er versprach ihr damals, dem Schrank einen schönen Platz im Museum zu geben. Das geschah allerdings nicht; der Schrank stand zunächst in seinem eigenen Haus und danach Jahrzehnte lang im Depot.

Im Frühjahr 2024 erhielten der Kabinettschrank sowie die anderen Objekte aus Annas Erbschaft endlich den Ort, den sie verdienen, in einem neu eingerichteten Häuschen aus Schokland. Verwandte von Anna erzählen in einem Video über die Gegenstände – wie den Kaminvorsatz und die Pendeluhr mit Pferd – die Erinnerungen an ihre „Tante Anna“ wachrufen. 

Das Ende einer Insel

Schokland war eine lebendige Fischerinsel mitten in der Zuiderzee, bis die Regierung 1859 entschied, die Insel zur Sicherheit der Anwohnenden räumen zu lassen. Aus Angst, dass die „Schokkers“ (Bewohner von Schokland) zurückkehren würden, verbot die Regierung, etwas auf der Insel zurückzulassen. Also brachen die Schokkers ihre Häuser Stein für Stein ab und transportierten die Balken und Bretter sowie allen Hausrat auf ihren Fischerboten zum Festland.

Brunnepe versus Schokland

Annas Großeltern zogen mit vielen anderen „Schokkers“ um nach Brunnepe, Kampen. Brunnepe war ein Arbeiterviertel außerhalb der Stadtmauern von Kampen, denn in der Stadt selbst waren sie nicht willkommen. Anna wuchs in diesem kleinen Haus in Brunnepe auf, das mit dem Baumaterial aus Schokland teilweise wieder aufgebaut worden war.

Mit dem Abschluss und der teilweisen Einpolderung der Zuiderzee verschwand ihre Familieninsel Schokland. Aber für Anna Diender war die Geschichte von Schokland damit keineswegs abgeschlossen; Schokland blieb sowohl für sie als auch für viele andere Nachfahren ihre „Heimat“.

 

Für die Einrichtung des Gebäudes nutzten wir die Studie von Eva Vriend für ihr neues Buch Het eiland van Anna, Schokland en de geschiedenis van een thuis (Die Insel von Anna, Schokland und die Geschichte einer Heimat), Verlag Atlas Contact 2024.